Hospitalstiftung zum Heiligen Geist
Kaufbeuren

Das Leprosen-Siechenhaus der St. Dominikus-Stiftung – heutiges Moosmanghaus

Das Moosmanghaus wie es 1807 bestand und 1846 von Adreas Schropp gezeichnet wurde. Die Linde links neben der Kirche steht heute noch.
Das Moosmanghaus wie es 1807 bestand und 1846 von Adreas Schropp gezeichnet wurde. Die Linde links neben der Kirche steht heute noch.

Das Langhaus mit seinem gotischen Rundbogenfries und die inzwischen barockisierte Dominikuskirche wurden über die Jahrhunderte erhalten.
Das Langhaus mit seinem gotischen Rundbogenfries und die inzwischen barockisierte Dominikuskirche wurden über die Jahrhunderte erhalten.

Eine fast ebenso lange Geschichte wie die Hospitalstiftung selbst, hat ihr „Moosmanghaus“ am Alten- und Pflegeheim im Gartenweg. Es kam zwar erst 1979, als es zum Pflegeheim umgebaut wurde, wieder in den Besitz der Hospitalstiftung, ist aber eines der ältesten Gebäude der Stadt.

Es gehört zur St. Dominikuskirche, die bereits im 12. Jahrhundert als Leprosenkapelle damals noch deutlich außerhalb der Stadt jenseits der Wertach an der Straße nach Augsburg errichtet wurde. Die Errichtung eines Sonder-Siechenhauses für ansteckend (Lepra-) Kranke erfolgte vermutlich 1263 durch Angehörige des Dominikanerordens als bescheidenes Fachwerkhaus aus Lehm und Holz für zehn bis zwölf Personen. Nach dem Weggang der Dominikaner 1330 wurde das Sondersiechenhaus bis ins 15. Jahrhundert von der Hospitalstiftung verwaltet. Aus dieser Zeit stammt auch das gemauerte, heute noch erkennbare Spitalgebäude.

Aus dem Jahr 1616 wird berichtet, dass die „Sondersiechen“ dort eine kleine Landwirtschaft mit ca. fünf Kühen und einigen Gärten führten. Sie bekamen unter anderem monatlich 5 Pfennige und einen halben Vierling Schönmehl, Samstags einen Laib Brot und jeden Tag eine halbe Maß Bier. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts gab es kaum mehr Aussatz, so dass eine Schließung in Erwägung gezogen wurde. 1827 wurde das Siechenhaus renoviert und nahm fortan Hilfebedürftige auf. Als „Äußeres Spital“ entwickelte es sich in dieser Zeit vom Kranken- zum Armenhaus und dann 1979 zum Pflegeheim.

Um das mittelalterliche Spital als Pflegeheim nutzen zu können, wurde es 1979, finanziert durch eine Zustiftung Theresia Moosmangs, komplett entkernt und mit einem neuen Dach versehen. Im Original erhalten blieben lediglich die Wände des Langhauses.

Wegen seiner besonders heimeligen Atmosphäre und Bausubstanz wurde es 2009 durch den Anbau eines Wandelgangs und die Sanierung des Bestands zu einem geschlossenen Wohn- und Pflegebereich für schwer demenzkranke Menschen umgebaut. Näheres zum heutigen Moosmanghaus erfahren Sie hier